Zum Inhalt springen

Bundeskongress der KED: Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen

Vom 13. bis 15. März 2026 fand der Bundeskongress der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED) in Magdeburg statt, an dem sich auch die KED Paderborn als Kooperationspartner beteiligte und damit die Auseinandersetzung mit einem so wertvollen und bedeutenden Thema unterstützte. Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Schule, Wissenschaft und Beratung kamen zusammen, um sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, das in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt: Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen.
84090a2c-327f-4942-bf26-972ff60d5192
Datum:
13. März 2026
Von:
Sylvia Wawrzinek, Liudmyla Stefanyshyn, Jemima Hieke

Unter dem Titel „Einsamkeit von Kindern und Jugendlichen – Präventions- und Interventionschancen von Eltern, Schulen und Einrichtungen“ standen Austausch, wissenschaftliche Perspektiven sowie praktische Ansätze im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Der Kongress begann am Freitagabend mit einer Begrüßung durch die Bundesvorsitzende der KED, Anne Embser, sowie einer thematischen Einführung durch Thomas Hohenschue. Beim anschließenden gemeinsamen Abend der Begegnung hatten die Teilnehmenden bereits Gelegenheit, erste Eindrücke auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der Samstag begann mit Grußworten von Jan Riedel, Minister für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, Steffen Lipowski, Vorstandsvorsitzender der Edith-Stein-Schulstiftung des Bistums Magdeburg, sowie Christiane Pruschek, Vorsitzende der KED im Bistum Magdeburg, die die Teilnehmenden begrüßten und die Bedeutung des Kongressthemas hervorhoben.

Ein zentraler Programmpunkt war der Vortrag von Prof. Dr. Susanne Bücker (Universität Witten/Herdecke). Sie zeigte auf, wie Einsamkeit bei jungen Menschen entsteht, wie sie erkannt werden kann und welche Möglichkeiten der frühen Unterstützung bestehen. Dabei wurde deutlich, dass Einsamkeit nicht nur ein subjektiv belastendes Gefühl ist, sondern in seiner chronischen Ausprägung nachweislich negative Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit haben kann.

Anschließend stellte Katrin Wenzlaff, Schulleiterin der Sankt-Mauritius-Sekundarschule in Halle (Saale), den Marchtaler Plan vor – ein ganzheitliches Schulkonzept, das Gemeinschaft, Verantwortung und Persönlichkeitsentwicklung fördert und wichtige Impulse für den Umgang mit einsamen Schülerinnen und Schülern geben kann.

Im weiteren Verlauf standen konkrete Erfahrungen aus der Praxis im Mittelpunkt. In den „Magdeburger Einblicken in das Leben mit Einsamkeit“ berichteten eine Kinder- und Jugendpsychologin, Vertreter des Stadtelternrates und ein Lehrer über ihre Beobachtungen und Erfahrungen.

In der anschließenden Plenumsdiskussion wurde gemeinsam der Frage nachgegangen:
Was können Eltern, Schulen und Einrichtungen konkret tun, um Einsamkeit vorzubeugen und/oder betroffene Kinder und Jugendliche zu unterstützen?

Am Sonntag berichtete Pfarrerin Ute Mertens, Leiterin der TelefonSeelsorge Magdeburg und nördliches Sachsen-Anhalt, über Erfahrungen aus der Beratungspraxis. Dabei ging sie auf typische Gesprächssituationen ein und schilderte, welche Themen und Herausforderungen in der Arbeit eine Rolle spielen. Die anschließende Diskussion bot Raum für Austausch und Reflexion.

Neben den Fachbeiträgen war ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Fachtagung der persönliche Austausch, der in unterschiedlichen Situationen stattfinden konnte, bei Gesprächen zwischen den Programmpunkten, während gemeinsamer Mahlzeiten oder in Diskussionsrunden. Gerade diese vielfältigen Begegnungsmöglichkeiten machen den besonderen Wert solcher Veranstaltungen aus.

Auch der gemeinsame Gottesdienst in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg mit Bischof Dr. Gerhard Feige bot einen Moment des Innehaltens und der Besinnung. Der anschließende Empfang rundete den Kongresstag in gemeinschaftlicher Atmosphäre ab. 

Der Bundeskongress machte deutlich, dass Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen ein stetig wachsendes und wichtiges Thema ist. 
Die Auseinandersetzung mit den Beiträgen aus Wissenschaft, Praxis und Beratung eröffneten unterschiedliche Perspektiven auf mögliche Präventions- und Unterstützungsansätze und boten Anregungen für den weiteren Austausch zwischen Eltern, Schulen und Einrichtungen.

Auch für die Arbeit der KED Paderborn liefert der Kongress wertvolle Impulse, um Eltern im Umgang mit dem Thema Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen zu stärken und zu motivieren, sich weiterhin für ein unterstützendes, gemeinschaftliches Umfeld einzusetzen.