AG der Schulpflegschaften

Schulpflegschaften katholischer Schulen informieren sich über die Auffangklasse für Flüchtlinge am Hagener Hildegardisgymnasium

Dr. Jost und Laura Schreiber bei der KED Hauptversammlung in Dortmund Dortmund/Paderborn (17.12.2015). Mit der Bildung einer Auffangklasse für Flüchtlingskinder hat die Hildegardis-Schule in Hagen im April Neuland betreten. „Als katholische Schule war es für uns selbstverständlich, Anteil an der Lösung des Problems zu haben“, sagte Schulleiter Dr. Christoph
Jost, als er bei der kürzlichen Mitgliederversammlung der Katholischen Elternschaft im Erzbistum nach einem guten halben Jahr Bilanz zog.

Das Erzbistum Paderborn als Schulträger habe sehr positiv reagiert. Dass die Frage ihrer Refinanzierung durch das Land damals noch ungeklärt war, war für das Erzbistum Paderborn kein Hindernis, das Projekt zu starten. „Wenn wir auf eine Refinanzierungszusage vom Land hätten warten müssen, hätte das viel zu lange gedauert“, weiß Dr. Jost sicher.

Als sich die Situation in Hagen zugespitzt habe, sei man sich an der Schule schnell einig gewesen, dass man den Kindern helfen wolle Fuß zu fassen in Deutschland. Dr. Jost: „Es war uns aber wichtig, die Kinder nicht nur zu "parken". Wenn sie regelschulfähig werden, sollten sie auch die Möglichkeit haben, am Gymnasium zu bleiben.“

Jungen und Mädchen, die fit für die Regelschule seien, dürften nun am Gymnasium bleiben, wenn sie dies wollen. Um dies zu erreichen, wird die Hildegardis-Schule in Sachen Zuweisung von Jugendlichen von der Stadt Hagen unterstützt. „Zu uns kommen nur Schülerinnen und Schüler, die schon alphabetisiert sind“, stellte der Schulleiter dar.

Um diese kümmert sich Laura Schreiber, die Deutsch als Zweitsprache unterrichtet.
Mit acht Jungen und Mädchen ist die Klasse gestartet, inzwischen sind es 21. „Spätestens nach zwei Jahren sollte die Regelschulfähigkeit erreicht sein. Der Wechsel in den Regelunterricht erfolgt bei uns erst, wenn die Kinder der Anforderung auch gewachsen sind“, führte der Schulleiter aus. Dabei habe der Erwerb der Sprachkompetenz oberste Priorität.

Wie Laura Schreiber ergänzte, laufe der Unterricht hervorragend. Schwierig gestalte sich aber in vielen Fällen der Kontakt mit den Eltern.  
Junge Leute aus insgesamt sieben Nationen besuchen die Auffangklasse. „Für manche stellt es die größte Herausforderung dar, erst einmal unser Schriftsystem zu lernen, andere sind schon so weit, dass sie für ihre deutschen Mitschüler Portugiesisch-Unterricht anbieten“, berichtete sie aus
der Praxis. „Die Schüler aus der Auffangklasse kommen erst in den Regelunterricht, wenn sie diesen nicht mehr verlangsamen.“  Zumeist sei allein die Sprache das Problem.

Mit dem Konzept, zunächst scheinbar nicht zu integrieren, sondern zu trennen hat die Schule nach Aussage ihres Leiters beste Erfahrungen gemacht. Dazu trage auch ein Patensystem mit der Oberstufe bei.

„Wir versuchen einen Weg, wir sagen nicht wie es geht“, machte er deutlich, dass auch andere Herangehensweisen denkbar seien. Die Hildegardis-Schule habe sich nun für diese Variante entschiede. Schulen, die den Weg ebenfalls gehen wollen, lud er ein, sich über das Thema auszutauschen.